Zwei Modelle, ein Ziel: neue Kontakte
Wer Leads über Gewinnspiele gewinnt, wählt zwischen zwei Grundmodellen. Beim Co-Sponsoring teilen sich mehrere Unternehmen ein Gewinnspiel und die Einwilligung des Teilnehmers. Beim exklusiven Lead läuft die Kampagne für eine einzige Marke, die auch als Absender auftritt.
Co-Sponsoring: viele Marken, eine Einwilligung
Teilnehmer willigen mit einem Häkchen in die Kontaktaufnahme durch alle gelisteten Sponsoren ein, oft acht und mehr Unternehmen. Der Datensatz geht anschließend an jeden dieser Sponsoren. Für den einzelnen Partner sinkt dadurch der Preis je Kontakt deutlich.
Die Kehrseite liegt in der Einwilligungsqualität. Fachliteratur geht davon aus, dass ab etwa acht beteiligten Unternehmen kaum noch von einer informierten Einwilligung die Rede sein kann, weil der Teilnehmer die Liste der Empfänger in der Praxis nicht mehr überblickt.
Exklusiver Lead: eine Marke, ein Kontakt
Bei einer exklusiven Kampagne weiß der Teilnehmer, für welche Marke er sich entscheidet. Nur diese Marke erhält den Kontakt, die Einwilligung bezieht sich eindeutig auf sie. Das erleichtert den Nachweis im Streitfall erheblich.
Dieser Vorteil hat seinen Preis. Exklusive Leads kosten je Datensatz mehr als Anteile an einem Co-Sponsoring-Pool, weil die gesamte Kampagne nur eine Marke trägt.
Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Co-Sponsoring | Exklusiver Lead |
|---|---|---|
| Sponsoren je Einwilligung | oft acht und mehr | eine Marke |
| Markenkenntnis des Teilnehmers | gering bis unklar | hoch |
| Weitergabe des Datensatzes | an alle gelisteten Sponsoren | an keine weitere Stelle |
| Rechtliche Angreifbarkeit | steigt mit Sponsorenzahl | gering |
| Preis je Datensatz | niedrig | höher |
| Nachweis je Kontakt | aufwendig, viele Beteiligte | einfach, ein Absender |
Qualität entscheidet sich an der Bestätigungsrate
Wie viele Teilnehmer ihre Anmeldung im Double-Opt-in tatsächlich bestätigen, zeigt, wie ernst das Interesse war. In exklusiven Kampagnen liegt diese Bestätigungsrate nach eigener Erfahrung bei 91 bis 94 Prozent. Co-Sponsoring-Kontakte erreichen solche Werte in der Regel nicht, weil das Interesse auf viele Marken verteilt ist.
Der Mittelweg: zeitversetzte Weitergabe
Eine Zwischenlösung reserviert den Lead zunächst exklusiv für eine Marke. Erst nach Ablauf einer vorab festgelegten Frist geht der Kontakt an wenige, dem Teilnehmer vorab benannte Partner aus anderen Branchen. So bleibt die Einwilligung überschaubar, und mehrere Unternehmen teilen sich dennoch die Kosten.
Wann passt was?
- Eigene Zielgruppe gezielt aufbauen: exklusiver Lead
- Kosten mit anderen Unternehmen teilen: Co-Sponsoring oder zeitversetzte Weitergabe
- Kurzfristig viele Adressen benötigt: Co-Sponsoring
- Rechtssicherer Nachweis der Einwilligung wichtig: exklusiver Lead
- Mehrere Branchen sollen profitieren, ohne die Einwilligung zu überfrachten: zeitversetzte Weitergabe
Was Sie vor dem Einkauf prüfen sollten
- Liegt eine Sponsorenliste vor, die dem Teilnehmer bei der Einwilligung angezeigt wurde?
- Wie viele Unternehmen sind an der Einwilligung beteiligt?
- Lässt sich der Double-Opt-in-Nachweis lückenlos einem Anbieter zuordnen?
- Wie hoch ist die Bestätigungsrate der gelieferten Kontakte?
- Ist eine zeitversetzte Weitergabe an Dritte vertraglich geregelt und dem Teilnehmer bekannt?
Häufige Fragen
Ist Co-Sponsoring grundsätzlich unzulässig?
Nein, Co-Sponsoring ist ein verbreitetes Modell. Die rechtliche Angreifbarkeit steigt jedoch mit der Zahl der beteiligten Unternehmen, weil die Einwilligung dann weniger informiert erscheint.
Warum sind exklusive Leads teurer als Co-Sponsoring-Kontakte?
Bei exklusiven Leads trägt eine einzige Marke die gesamten Kampagnenkosten, während sich beim Co-Sponsoring mehrere Unternehmen einen Pool an Kontakten teilen.
Was sagt die Bestätigungsrate im Double-Opt-in aus?
Sie zeigt, wie viele Teilnehmer ihre Anmeldung aktiv bestätigt haben, und gilt als Indikator für echtes Interesse. Höhere Raten sprechen für bessere Kontaktqualität.
Wie funktioniert die zeitversetzte Weitergabe konkret?
Der Lead bleibt zunächst für eine festgelegte Frist exklusiv bei einer Marke. Danach geht er an wenige, dem Teilnehmer vorab benannte Partner aus anderen Branchen.
Worauf sollte ich beim Einkauf von Leads besonders achten?
Prüfen Sie, wie viele Sponsoren an der Einwilligung beteiligt waren, ob ein lückenloser Double-Opt-in-Nachweis vorliegt und wie hoch die Bestätigungsrate der Kontakte ist.
Quellen
- Co-Sponsoring bei Gewinnspielen www.e-recht24.de